Kardiologische Gemeinschaftspraxis, Dr. Meißen, Dr. Burczyk, Kleve
Kardiologische Gemeinschaftspraxis, Dr. Meißen, Dr. Burczyk, Kleve
Dr. med. Harald Meißen, Dr. med. Udo Burczyk, Fachärzte für Innere Medizin, Schwerpunkt Kardiologie

Glossar

Alarmzeichen Als Alarmzeichen treten Sprach- oder Sehstörungen sowie Beeinträchtigungen anderer motorischer Funktionen auf. In diesem Stadium können Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden der Hirnarterien oft operativ beseitigt werden, z.B. mit Hilfe der Laserchirurgie oder mikrochirurgischer Methoden der Gangbarmachung. Antikoagulantien (Mittel mit Hemmwirkung auf die Blutgerinnung), Ernährungsumstellung und tägliche Gaben von Acetylsalicylsäure (Aspirin) dienen ebenfalls der Vorbeugung eines Schlaganfalls.
Angeborene Herzfehler Zu den angeborenen Herzfehlern gehört das Fortbestehen von Verbindungen zwischen arteriellem und venösem Kreislauf, die normalerweise nur beim Fetus vorhanden sind. Eine solche Verbindung ist der Ductus arteriosus, der im Normalfall nur vor der Geburt die Lungenarterien und die Aorta verbindet. Andere häufige Entwicklungsstörungen betreffen die Scheidewände zwischen den vier Herzkammern und die großen Blutgefäße, die von ihnen ausgehen.
Angina pectoris Sauerstoffmangel im Herzmuskel, meist verursacht durch Verengung oder Verstopfung der Kranzarterie. Angina pectoris ist gekennzeichnet durch Empfindung eines drückenden Schmerzes unter dem Brustbein. Der Schmerz kann dabei bis in den Arm ausstrahlen. Ein Anfall dauert in der Regel mehrere Minuten und kann durch emotionale Belastung ausgelöst werden, häufiger jedoch durch körperliche Aktivitäten, die eine erhöhte Blutzufuhr zum Herzen erfordern. Die Krankheit tritt meistens bei Menschen mittleren oder hohen Alters auf, besonders bei solchen, die an Arteriosklerose leiden. Eine Besserung des Zustands wird durch Ruhe und Entspannung erzielt. Die Behandlung kann gefäßentspannende und -erweiternde Medikamente sowie einen operativen Eingriff zur Verbesserung der Herzdurchblutung umfassen. Angina-pectoris-Anfälle schädigen den Organismus selbst nicht, können aber einem Herzinfarkt vorausgehen.
Angiokardiographie Ein weiteres Diagnoseverfahren ist die Angiokardiographie: Dabei stellt man Kontrastaufnahmen des Herzinnenraumes sowie des Verlaufs und der Umrisse von Lungengefäßen und Aorta mit ihren Verzweigungen her. Voraussetzung ist, dass man in eine Vene ein für Röntgenstrahlen undurchlässiges Kontrastmittel injiziert.
Arteriosklerose Die häufigste Herzkrankheit ist in den Industrieländern die Arteriosklerose. Dabei bilden sich in den Blutgefäßen Ablagerungen aus Cholesterin und anderen Fettsubstanzen, die sich auch an den Innenwänden der Herzkranzgefäße absetzen. Wenn diese Arterien sich im Lauf des Lebens verengen, wird der Herzmuskel immer schlechter durchblutet, und es kommt zu Symptomen wie Atemnot (besonders bei körperlicher Anstrengung) und Angina pectoris mit Enge- und Schmerzgefühlen in der Brust.
Ballonkatheter Ein zweites chirurgisches Verfahren, das man in den siebziger Jahren zur Behandlung der Arteriosklerose entwickelte, bedient sich des so genannten Ballonkatheters und wird mit dem Fachausdruck perkutane transluminale koronare Angioplastik (PTCA) benannt. Bei diesem Eingriff schiebt man einen Draht, der am Ende einen kleinen Ballon trägt, durch die Aorta bis in das Herzkranzgefäß. An der verengten Stelle bläst man den Ballon auf. Er drückt die Ablagerungen zusammen und stellt die normale Durchblutung wieder her. Mit diesem weniger gefährlichen Verfahren lässt sich nach Schätzungen jede sechste Bypassoperation vermeiden.
Blaue Babys Bei den so genannten "blauen Babys" ist die Lungenarterie verengt, und die Herzkammern sind durch eine anomale Öffnung verbunden. Die Folge ist eine Cyanose: Das Blut enthält zu wenig Sauerstoff, und die Haut nimmt eine bläuliche Färbung an. Früher hatten solche Säuglinge nur sehr geringe Überlebenschancen. Nachdem es heute neue Früherkennungsverfahren und verbesserte Hypothermiemethoden gibt, kann man jetzt aber häufig in der ersten Lebenswoche einen chirurgischen Eingriff vornehmen und die Aussichten für diese Kinder damit deutlich verbessern.
Blutdruck (z.B. 80 (Diastole) zu 120 (Systole)) Die Diastole ist der kurzzeitig niedrige Blutdruck nach der Erschlaffung des Herzens, die Systole ist die kurze Phase hohen Blutdruckes nach der Herzkontraktion. Normalerweise wird der Blutdruck vor einer Diagnose unter verschiedenen Bedingungen gemessen, zudem werden Blut- und Urinproben untersucht.
Bluthochdruck Hypertonie, Erhöhung des arteriellen Blutdruckes. Man unterscheidet die sekundäre oder symptomatische Hypertonie, die als Begleiterscheinung einer nicht primär zum Hochdruck führenden Krankheit auftritt, von der häufigeren, essentiellen oder primären Hypertonie, für die keine nachweisbare Ursache besteht. Bluthochdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Durch Behandlung der Hypertonie wird dieses Risiko vermindert. Vermutlich sind sowohl umweltbedingte als auch erbliche Faktoren für die essentielle Hypertonie verantwortlich. Der Blutdruck nimmt meist mit steigendem Alter zu. Übergewicht, salzreiche, kaliumarme Ernährung, hoher Alkoholkonsum, Bewegungsarmut und psychischer (seelischer) Stress begünstigen Hypertonie. Die Neigung zu Bluthochdruck ist vererbbar, jedoch ist die genetische Grundlage hierfür größtenteils unbekannt. Den meisten Richtlinien zufolge sollte ab einem diastolischen Wert von 90 bis 100 Millimetern Quecksilbersäule und einem systolischen Wert von 140 bis 160 Millimetern Quecksilbersäule eine blutdrucksenkende Behandlung eingeleitet werden.
Bypassoperation Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus, wird häufig eine so genannte Bypassoperation vorgenommen, ein Eingriff, den man in den siebziger Jahren entwickelte: Man entnimmt aus dem Bein ein Stück Vene und näht es an das blockierte Herzkranzgefäß, so dass es den durch Arteriosklerose blockierten Bereich überbrückt. Bei den meisten Patienten beseitigt diese Operation die Schmerzen der Angina pectoris und verhütet einen tödlichen Herzinfarkt. Manche Bypassoperationen erfordern heute nur noch kleine Öffnungen im Brustkorb, über die man mit Hilfe von Endoskopen winzige mikrochirurgische Instrumente einführt.
Cholesterin mehrwertiger Alkohol und Bestandteil aller tierischen Fette und Öle. Es ist Ausgangsprodukt für die Bildung von Vitamin D. Cholesterin gehört zu den Sterinen. Dies ist eine Gruppe von Verbindungen, zu denen auch die Geschlechtshormone zählen, die in den Keimdrüsen gebildet werden, sowie die Hormone der Nebennierenrinde. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Cholesterinspiegel im Blut, dem Spiegel anderer Fette oder Lipide und der Entstehung von Arteriosklerose. Bei dieser Erkrankung setzen sich cholesterinhaltige Beläge an den Wänden von Arterien ab. Betroffen sind insbesondere kleine und mittelgroße Blutgefäße, deren Innendurchmesser durch die Ablagerungen verkleinert wird, so dass es zu einer Beeinträchtigung des Blutstromes kommt. Blutgerinnsel, die beispielsweise in den Herzkranzgefäßen auftreten und zum Herzinfarkt führen können, entstehen insbesondere dort, wo diese Beläge die Gefäße aufrauen. Viele Nahrungsmittel, insbesondere Milchprodukte und tierische Fette, enthalten Cholesterin. Der Körper kann diese Substanz jedoch auch mit Hilfe cholesterinfreier Stoffe synthetisieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine cholesterinreiche Ernährung zu abnorm hohen Blutwerten von Cholesterin und den verwandten Fetten und Lipiden führt. Vieles weist darauf hin, dass bei Personen mit erhöhten Werten eine weitaus größere Gefahr von Arteriosklerose und Herzinfarkt besteht als bei solchen mit niedrigeren Werten. Nach neuen Forschungsergebnissen ist jedoch nicht nur ein hoher, sondern auch ein zu niedriger Cholesterinspiegel problematisch. So wurde ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Cholesterinspiegel und dem Auftreten von Depressionen sowie einem hohen Suizidrisiko festgestellt.
Cor pulmonale Bei älteren Menschen tritt häufig das Cor pulmonale auf, eine Herzkrankheit, die sich häufig nach einer Lungenerkrankung (z.B. einem Emphysem) entwickelt oder nach einer Störung des Lungenkreislaufes (z.B. einer Arteriosklerose der Lungenarterien).
Elektrokardiographie EKG, Medizinische Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Vorgänge am Herzen. Der regelmäßige Herzschlag wird durch eine geordnete Folge elektrischer Entladungen in Gang gesetzt, die vom Sinusknoten am rechten Herzvorhof ausgehen und sich über den Atrioventrikularknoten und das His-Bündel aus neuromuskulären Fasern zu den Herzkammern fortpflanzen. Mit Elektroden, die man an verschiedenen Körperstellen anbringt, kann man diese Ströme aufzeichnen. Ein solches Diagramm nennt man Elektrokardiogramm oder kurz EKG. Ein EKG ist oft sehr nützlich, weil es die Ursachen von Herzrhythmusstörungen oder einen bevorstehenden Herzinfarkt anzeigt.
Embolie liegt vor, wenn eine Arterie plötzlich durch Material aus der Blutbahn verschlossen wird. Solche Blockierungen, bestehen oft aus Verklumpungen aufgrund einer Herzfehlfunktion oder stammen aus losgelösten Gewebeteilen bei Atherosklerose. Auch eine Luftblase kann zur Embolie führen. Die Behandlung ist größtenteils vorbeugend und besteht in einer Ernährungsüberwachung und gegebenenfalls Verabreichung von Antikoagulantien. Wie ein Neurologe 1997 auf einem Kongress für Intensiv- und Notfallmedizin in Hamburg berichtete, werde in den USA ein Thrombolytikum erfolgreich eingesetzt, das den bei einem Schlaganfall entstandenen Blutpfropf auflöse und die Heilungschancen erheblich steigern könne; eine Zulassung des Präparats für Europa sei zu erwarten.
FGF (Fibroblast Growth Factor) Mediziner des Klinikums Fulda berichteten 1998, es sei ihnen gelungen, mit Hilfe eines Proteins, das als Wachstumsfaktor diente, zusätzliche Blutgefäße am kranken Herzen wachsen zu lassen. Das Protein FGF wird aus gentechnisch veränderten Bakterien gewonnen und neben verstopfte Gefäßbereiche injiziert. Nach wenigen Tagen kommt es zum Wachstum neuer Gefäße, welche die verstopfte Stelle umgehen. Größere verengte Gefäße müssen allerdings nach wie vor mit einem Bypass umgangen werden.
Herzinfarkt Arteriosklerose und Thrombose sind die wichtigsten Ursachen des Herzinfarkts, der in vielen Fällen zum Tod führt. Wer einen Herzinfarkt überlebt hat, muss sich umfangreichen Maßnahmen zur Rehabilitation unterziehen, denn immer besteht die Gefahr, dass ein zweiter Infarkt eintritt. Die eigentliche Todesursache ist beim Herzinfarkt vielfach der Herzstillstand. Das gilt unabhängig davon, ob Arteriosklerose vorliegt. Der Herzschlag verliert dabei sehr rasch an Wirkung. Häufig kann man den normalen Herzrhythmus mit einem starken Elektroschock auf dem Brustkorb wiederherstellen. Deshalb führen Notärzte in der Regel ein Gerät (den Defibrillator) mit, das diese Rettungsmaßnahme ermöglicht. Vielen Befunden zufolge trägt körperliches Training zur Vorbeugung gegen Herzkrankheiten bei. Auch eine allzu ehrgeizige, auf Perfektion ausgerichtete Lebenseinstellung und insbesondere auch das Rauchen dürften das Herzinfarktrisiko erhöhen. Der Herzinfarkt tritt sehr viel häufiger bei Menschen mit hohem Blutdruck auf. Ein guter Schutz gegen Herzinfarkt und andere Herzkrankheiten ist nach einer 1997 veröffentlichten amerikanischen Untersuchung an über 80000 Frauen eine ausreichende Versorgung mit Folsäure und Vitamin B6. Über eine ebenfalls amerikanische Untersuchung an über 20000 Ärzten wurde 1998 berichtet: Danach reduziert eine wöchentliche Fischmahlzeit das Risiko des Herztodes um die Hälfte; die Ursache könnte in der Zufuhr langkettiger Fettsäuren oder eines unbekannten Wirkstoffes liegen.
Herzinsuffizienz Eine Krankheit des höheren Lebensalters ist die Herzinsuffizienz, bei der die Pumpleistung des Herzens nicht mehr ausreicht. Die Wände der Herzkammern dehnen sich in dem Bemühen, mehr Blut zu transportieren, und dadurch entsteht die starke Vergrößerung des Herzens, die für dieses Krankheitsbild charakteristisch ist. Personen mit dieser Störung dürfen sich nicht stark anstrengen. Der Zustand lässt sich oft mit Digitalis-Präparaten verbessern, denn diese Wirkstoffe steigern die Leistungsfähigkeit des Herzens.
Herzkatheter Die Pumpleistung des Herzens kann man mit einem Herzkatheter sehr genau messen. Dazu schiebt man einen Schlauch durch eine Arterie und/oder Vene in eine oder beide Herzhälften, in die Lungenarterie und die Aorta. Auf diese Weise kann man die Fließgeschwindigkeit des Blutes sehr genau ermitteln und den Blutdruck im Herzen und in den großen Blutgefäßen feststellen. Dabei bemerkt man auch anomale Verbindungen zwischen rechter und linker Herzhälfte.
Herzklappenfehler Zu den angeborenen Herzfehlern gehört das Fortbestehen von Verbindungen zwischen arteriellem und venösem Kreislauf, die normalerweise nur beim Fetus vorhanden sind. Eine solche Verbindung ist der Ductus arteriosus, der im Normalfall nur vor der Geburt die Lungenarterien und die Aorta verbindet. Andere häufige Entwicklungsstörungen betreffen die Scheidewände zwischen den vier Herzkammern und die großen Blutgefäße, die von ihnen ausgehen.
Herzkrankheiten An Herzerkrankungen sterben in den Industrieländern mehr Menschen als an jeder anderen Krankheit. Sie können mehrere Ursachen haben: angeborene Herzfehler, Infektionen, Verengung der Herzkranzgefäße, hoher Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen.
Herzkranzgefäße Über die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) wird der Herzmuskel selbst mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und von Abfällen befreit. Unmittelbar hinter den Taschenklappen zweigen zwei Koronararterien von der Aorta ab. Sie verzweigen sich zu einem komplizierten Kapillarnetz, das den Herzmuskel und die Herzklappen durchzieht. Aus den Herzkranzgefäßen fließt das Blut in mehrere kleine Venen, die ohne den Umweg über eine Hohlvene unmittelbar in den linken Herzvorhof münden.
Herzrhythmus- störungen Geringfügige Abweichungen des Herzrhythmus weisen im Allgemeinen nicht auf eine Krankheit hin. Die Geschwindigkeit des Herzschlages passt sich in einem so weiten Bereich den Anforderungen des Organismus an, dass Schwankungen meist innerhalb der normalen Grenzen liegen. Schwere Störungen im Sinusknoten oder in den Fasern, welche die Impulse zum Herzmuskel übertragen, können aber zu Schwindelgefühlen, Ohnmacht und sogar zum Tod führen. Die schwerwiegendste derartige Störung ist der völlige Herzstillstand. Um ihn zu vermeiden, kann man einen Herzschrittmacher einsetzen. Die meisten anderen Herzrhythmusstörungen sind ungefährlich, außer bei Menschen, die ohnehin an einer Herzkrankheit leiden.
Herzschrittmacher ein elektronisches Gerät, das regelmäßig kleine elektrische Stromstöße aussendet und das Herz damit zu regelmäßigen Kontraktionen anregt. Er besteht aus einem Batteriesatz, einem Taktgeber (mit Transistoren arbeitender Multivibrator) zur Reizsteuerung, einem Impulsverstärker und Elektroden zur Reizübertragung.
Herztätigkeit Die Herztätigkeit besteht aus dem Wechsel von Kontraktion (Systole) und Entspannung (Diastole) der muskulösen Wände von Herzkammern und Vorhöfen. In der Entspannungsphase fließt das Blut aus den Venen in die beiden Vorhöfe, die sich dabei immer mehr erweitern. Am Ende dieser Phase sind die Vorhöfe vollständig gedehnt. Die Muskulatur in ihren Wänden zieht sich zusammen, so dass fast ihr gesamter Inhalt durch die Segelklappen in die Hauptkammern gedrückt wird. Dieser Vorgang vollzieht sich recht plötzlich und in beiden Vorhöfen fast gleichzeitig. In umgekehrter Richtung kann das Blut wegen des Druckes in den Venen nicht fließen. Das Blut, das in die Hauptkammern fließt, hat nicht genügend Kraft, um die Taschenklappen zu öffnen, aber es erweitert die Kammern, die zu diesem Zeitpunkt noch entspannt sind. Die Klappen zwischen Vorhöfen und Hauptkammern öffnen sich dem Blutstrom und schließen sich sofort wieder, wenn die Kontraktion der Hauptkammer beginnt. Unmittelbar auf die Kontraktion der Vorhöfe folgt die Systole der Hauptkammern. Sie ziehen sich langsamer, aber mit viel mehr Kraft zusammen und entleeren ihren Inhalt dabei praktisch vollständig. Die Herzspitze wird mit einer leichten Drehbewegung nach vorn und nach oben geschoben. Diesen Impuls, Herzspitzenstoß genannt, kann man zwischen der fünften und sechsten Rippe spüren. Nach der Systole der Hauptkammern kommt das Herz einen kurzen Augenblick lang völlig zur Ruhe. Den ganzen Ablauf kann man in drei Phasen einteilen: In der ersten ziehen sich die Vorhöfe zusammen, in der zweiten folgt die Kontraktion der Hauptkammern, und in der dritten erholt sich das gesamte Herz. Bei Menschen mit einem normalen Puls von 72 Schlägen in der Minute dauert jeder Schlagzyklus etwa 0,8 Sekunden. Davon entfallen etwa 0,1 Sekunden auf die Systole der Vorhöfe, und die Kontraktion der Hauptkammern nimmt ungefähr 0,3Sekunden in Anspruch. Das Herz ruht also etwa 0,4 Sekunden lang, d.h. während der Hälfte des Schlagzyklus. Das Herz sendet bei jedem Schlag zwei Töne aus, auf die eine kurze Pause folgt. Der erste entsteht, wenn die Segelklappen sich schließen und die Systole der Hauptkammern beginnt; er ist dumpf und zieht sich ein wenig in die Länge. Der zweite Ton, der vom plötzlichen Schließen der Taschenklappen erzeugt wird, ist kürzer und viel schärfer angegrenzt. Bei manchen Herzerkrankungen verändern sich die Töne, und viele andere Faktoren, z.B. körperliche Anstrengung, führen auch bei gesunden Menschen zu Veränderungen des Herzschlages.
Herztransplantation Im Jahr 1967 verpflanzte der südafrikanische Chirurg Christiaan Barnard erstmals ein Herz von einem Menschen zum anderen. Seither haben viele Chirurgen diesen Eingriff vorgenommen. Das Hauptproblem bestand anfangs darin, dass der Organismus fremdes Gewebe in der Regel abstößt (Immunität; Transplantation, medizinische). Später wandte man jedoch verstärkt immunsuppressive Medikamente wie Cyclosporin an, so dass seit Anfang der achtziger Jahre ein wesentlich größerer Anteil der Patienten nach der Transplantation mehr als ein Jahr lebt. In den neunziger Jahren wurde die Operation in den Industrieländern zu einem Routineeingriff; in Großbritannien bleiben viele Patienten nach einer Herztransplantation noch fünf bis zehn Jahre am Leben.
Kapillaren An Kapillaren, die unmittelbar unter der Körperoberfläche liegen, kann man den Blutfluss im Mikroskop beobachten. Dabei sieht man, wie die roten Blutzellen schnell in der Mitte der Strömung schwimmen, während die weißen Zellen sich langsamer an den Kapillarwänden entlangbewegen. Die Kapillaren bieten dem Blut eine viel größere Kontaktfläche als andere Blutgefäße. Deshalb setzen sie der Blutströmung auch den größten Widerstand entgegen, und das führt dazu, dass sie erheblichen Einfluss auf den Kreislauf haben. Bei steigenden Temperaturen erweitern sich die Kapillaren und tragen so dazu bei, den Körper abzukühlen. Bei Kälte ziehen sie sich dagegen zusammen, so dass mehr Wärme im Körperinneren bleibt.
Koronarangiographie Röntgenologische Darstellung von Herzkranzgefäßen mit Hilfe injizierter Kontrastmittel.
Kreislauf Das aus den Körperteilen kommende Blut fließt durch zwei große Blutgefäße, die obere und untere Hohlvene, in den rechten Herzvorhof. Dieser zieht sich zusammen und drückt das Blut durch eine Öffnung in die rechte Hauptkammer. Nun kontrahiert sich die Hauptkammer und befördert das Blut in die Lunge. Dabei schließt sich die dreizipflige rechte Segelklappe, so dass das Blut bei der Kontraktion der Hauptkammer nicht in den Vorhof zurückfließen kann. Auf dem Weg durch die Lunge wird das Blut mit Sauerstoff angereichert; anschließend fließt es durch die vier Lungenvenen in den linken Herzvorhof. Wenn dieser sich zusammenzieht, wird das Blut in die linke Hauptkammer gedrückt, und von dort gelangt es durch Kontraktion in die Aorta. Die zweizipflige Mitralklappe verhindert, dass das Blut aus der linken Hauptkammer wieder in den Vorhof gelangt, und die Segelklappen am Eingang der Aorta verhindern das Zurückfließen in die Hauptkammer. Ähnliche Klappen befinden sich auch in der Lungenarterie. Die Aorta teilt sich in mehrere Hauptäste, die sich ihrerseits weiter verzweigen, so dass der ganze Körper von einem Netz fein verästelter Blutgefäße durchzogen ist. Die kleinsten Arterien gabeln sich in ein Geflecht noch kleinerer Blutgefäße, die Kapillaren, die äußerst dünne Wände haben: Hier kommt das Blut in engen Kontakt mit den Flüssigkeiten und Geweben im Körper. In den Kapillaren erfüllt das Blut drei Funktionen: Es gibt Sauerstoff an das Gewebe ab, versorgt die Zellen mit Nährstoffen und anderen lebenswichtigen Substanzen und nimmt Abfallstoffe aus dem Gewebe auf. Die Kapillaren vereinigen sich zu kleinen Venen, die ihrerseits immer größere Gefäße bilden. Schließlich sammelt sich das Blut in der oberen und unteren Hohlvene und fließt wieder zum Herzen. Damit ist der Kreislauf vollendet.
Kreislaufsystem in Anatomie und Physiologie der Weg des Blutes durch die Arterien, Kapillaren und Venen und zurück zum Herzen. Das Herz hat vier Kammern: den rechten und linken Vorhof (Atrium) sowie die rechte und linke Hauptkammer (Ventrikel). Die rechte Herzhälfte pumpt das aus dem Körper kommende sauerstoffarme Blut in die Lunge, wo es wieder mit Sauerstoff angereichert wird. Von dort aus fließt das Blut in die linke Herzhälfte, die es durch die Arterien in alle Körperteile befördert. Man schätzt, dass das Blut für seinen Weg durch den Kreislauf etwa 30 Sekunden benötigt.
Künstliche Herzen Seit den fünfziger Jahren werden künstliche Herzen entwickelt. Im Jahr 1966 gelang es erstmals, als vorübergehende Maßnahme eine Zusatzpumpe einzupflanzen. In mindestens einem Fall funktionierte eine solche Pumpe mehrere Jahre lang. Das erste vollständige Kunstherz setzte man 1969 einem Menschen ein, wiederum nur vorübergehend. Das erste Kunstherz für den Dauerbetrieb, ein von Robert Jarvik entwickeltes Gerät, wurde 1982 implantiert; der Patient lebte danach noch drei Monate. Seither haben mehrere Patienten das Jarvik-Herz und andere Kunstherzen erhalten, aber wenn sie überleben, stellen sich häufig Schlaganfälle und ähnlich schwere Probleme ein.
Medikamentöse Therapie Vielen Patienten, die wegen Arteriosklerose an Angina pectoris leiden, kann man mit Medikamenten helfen, beispielsweise mit Betablockern oder Nitraten, welche die Belastung des Herzens verringern.
Myokarditis Ist eine Entzündung oder Degeneration des Herzmuskels. Sie hat ihre Ursache oft in verschiedenen anderen Krankheiten wie Syphilis, Schilddrüsenüberfunktion, Endokarditis oder Bluthochdruck, kann aber auch bei Erwachsenen als eigenständige Erkrankung und bei älteren Menschen als degenerative Erkrankung auftreten. Es ist möglich, dass sie mit einer Erweiterung des Herzens durch Muskelschwäche oder mit Hypertrophie (übermäßigem Wachstum des Muskelgewebes) einhergeht.
Puls Wenn die Herzkammern sich zusammenziehen und das Blut in den Kreislauf drücken, dehnen sich die Wände der Arterien. Während der Diastole nehmen die erweiterten Blutgefäße wieder ihren normalen Durchmesser an; das ist einerseits auf die Elastizität des Bindegewebes und andererseits auf die Kontraktion von Muskeln in den Wänden der Arterien zurückzuführen. Diese Verengung auf den normalen Durchmesser ist von großer Bedeutung für die Aufrechterhaltung der stetigen Blutströmung in den Kapillaren während der Ruhepausen des Herzens. Die Erweiterung und Verengung der Arterien ist überall da zu spüren, wo solche Blutgefäße dicht unter der Haut liegen; diese Impulse erzeugen den Puls.
Rauchen Einatmen des Rauches glimmender Tabakblätter. Die getrockneten Blätter der Pflanze werden in einer Pfeife oder Zigarre, meist jedoch als Zigarette geraucht. In Deutschland werden nach Angaben von 1997 pro Jahr und Person durchschnittlich 2360 Zigaretten geraucht. Noch in den vierziger Jahren unseres Jahrhunderts galt Rauchen als harmlos. Seit dieser Zeit haben Laborversuche und klinische Forschungen jedoch eindeutig bewiesen, dass Rauchen das Risiko außerordentlich erhöht, an verschiedenen Krankheiten zu sterben, vor allem an Lungenkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzte die Gesamtzahl der Lungenkrebstoten 1997 in Europa auf jährlich knapp eine halbe Million. Medizinische Untersuchungen haben bewiesen, dass die Gesamtsterblichkeit bei männlichen Rauchern mittleren Alters doppelt so hoch ist wie bei Nichtrauchern. Die Sterberate ist höher bei Personen, die täglich in höherem Maße oder über einen längeren Zeitraum Zigaretten rauchen. Nach Schätzungen der American Cancer Society sind 30 Prozent aller Sterbefälle durch Krebs auf das Zigarettenrauchen zurückzuführen. Wie ein 1988 veröffentlichter Bericht ergab, der auf einer 26 Jahre dauernden Untersuchung in einem Bostoner Vorort basierte, erhöht Rauchen das Risiko eines Schlaganfalls um 50 Prozent - 40 Prozent bei Männern und 60 Prozent bei Frauen. Das Risiko eines Passivrauchers, der regelmäßig Zigarettenrauch einatmet, an Lungenkrebs oder einem Herzinfarkt zu erkranken, steigt um 20 bis 40 Prozent.
Rheumatische Herzkrankheit Eine der schlimmsten Herzkrankheiten war früher bei Kindern und Jugendlichen die rheumatische Herzkrankheit. Sie konnte das gesamte Herz und die umgebenden Häute schädigen. Die Krankheit war in der Regel eine Folge des rheumatischen Fiebers. Seit man gegen die Erreger, Bakterien aus der Familie der Streptokokken, verbreitet Antibiotika einsetzt, ist diese Krankheit erheblich seltener geworden.
Schlaganfall medizinisch Apoplexia cerebri, Schädigung des Gehirns infolge Gefäßverschluss oder Hirnblutung. Undurchblutetes Hirngewebe nimmt rasch Schaden oder stirbt ab. Dies führt zur Lähmung oder zum Funktionsausfall der Glieder oder Organe, die von den betroffenen Hirnregionen gesteuert werden. Die meisten Schlaganfälle ereignen sich im Zusammenhang mit Bluthochdruck, Atherosklerose (Arteriosklerose, Gefäßverkalkung) oder beidem. Anzeichen für einen Schlaganfall sind Schwäche der Gesichtsmuskeln, Unfähigkeit zu sprechen, Verlust der Kontrolle über die Harnblase, Atem- und Schluckbeschwerden, Lähmung, kurzfristige Blindheit auf einem Auge oder Schwäche besonders einer Körperhälfte. Finnische Forscher berichteten 1998, jeder dritte Schlaganfallpatient verliere zudem ganz oder teilweise sein Gedächtnis. Ursachen: Die Mehrzahl der Schlaganfälle wird durch Gefäßverschluss aufgrund einer Thrombose oder einer Embolie hervorgerufen.
Thallium Noch genauer lassen sich Bereiche mit verringerter Durchblutung im Herzen mit einer neuen Methode darstellen, bei der man den Weg eines radioaktiven Isotops des Elements Thallium durch den Herzmuskel sichtbar macht. Eine computergekoppelte Kamera zeichnet auf, wie viel Thallium während des Zyklus von Systole und Diastole in den Herzmuskel eindringt. Dabei sind kleine geschädigte Gewebebereiche genau zu erkennen.
Thrombose Wenn ein Herzkranzgefäß durch die Ablagerungen völlig blockiert wird, geht die Sauerstoffversorgung des Herzens plötzlich zurück. Zu einer solchen Gefäßverstopfung kann es auch kommen, wenn sich ein Stück der Ablagerung löst und an einer anderen Stelle der Arterie festsetzt - ein Vorgang, den man als Thrombose bezeichnet. Die Ursachen der fetthaltigen Ablagerungen liegen u.a. darin, dass man mit der Nahrung zu viel Cholesterin und tierische Fette aufnimmt (siehe Ernährung, menschliche). Wahrscheinlich fördert auch eine bewegungsarme Lebensweise die Arteriosklerose. Wenn sich ein Thrombus von der Gefäßwand löst, durch die Blutbahn verschleppt wird und zum Verschluss eines Gefäßes führt, spricht man von einer Embolie. Bei etwa vier bis fünf Prozent der Deutschen liegt ein Gendefekt vor, der ein achtfach erhöhtes Risiko beinhaltet, an einer Thrombose oder Embolie zu erkranken. Diese Mutation kann durch einen Gentest nachgewiesen werden. Menschen mit dieser Mutation sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, so wird Frauen empfohlen, keine Östrogene einzunehmen.
Vasospasmus In manchen Fällen findet man bei Personen, die an einem Herzinfarkt gestorben sind, keine Anzeichen für eine schwere Arteriosklerose. Zu einer verminderten Durchblutung des Herzens kann es wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge auch kommen, wenn sich ein scheinbar gesundes Herzkranzgefäß plötzlich von selbst zusammenzieht. Dieser Vorgang kann manchmal auch zu einem durch Arteriosklerose verursachten Herzinfarkt beitragen.

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